
Imperator
Thomas Wolf 1983
Genre: Strategie
Sprache: German
Lizenz: Kommerziell
System: C64

Wertung:
Mr Creosote: 4/6

Test von Mr Creosote (verffentlicht 19.04.2002, gendert 16.08.2008):
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Zusammen mit Kaiser setzte dieses Spiel Standards fr das "Herrschergenre" fr die folgenden Jahre! Die Idee ist einfach: 
Mach das Land nach innen hin stabil und stark, um nach auen hin Eroberungen zu fhren.

Natrlich spielt Imperator im antiken Rom. Die Hauptaufgabe ist es, das Staatsbudget auf verschiedene Interessengruppen zu 
verteilen. Jedes Jahr verlangen diese gewisse Summen, und man muss entscheiden, dem voll, teilweise oder gar nicht 
nachzukommen. Das beeinflusst dann den eigenen Sympathiewert bei dieser Gruppe. Wenn man z.B. seiner Frau (!) nur die Hlfte 
des gewnschten Betrags zuteilt, wird sie sicher nicht abgeneigt sein, einen im Schlaf zu ermorden. Andererseits werden die 
Hndler bei Geschenken ber ihre eigene Kalkulation hinaus einen sicher lieben!
Es gibt noch weitere Faktoren, die die Popularitt beeinflussen. Zuerst wre da die Mglichkeit diverser Bauwerke zu nennen. 
Ein neuer Tempel beispielsweise beeindruckt die geistlichen Fhrer, das Einstellen neuer Rekruten in die Armee ist auch nicht
 zu verachten. Und dann gibt es noch Zufallsereignisse. Von Zeit zu Zeit muss man beispielsweise Richter spielen, und ber 
einen vorgetragenen Fall entscheiden. Diese sind einfach konstruiert, es ist immer klar, wessen Sympathie man gewinnt und 
verspielt mit welcher Entscheidung.

So einfach das jeweils fr sich klingt, diese Manamen auszubalacieren ist schwierig genug! Besonders, da man noch viel mehr 
um die Ohren hat: Bse Christen rauben die Steuereintreiber aus, Piraten berfallen Handelsschiffe! Gegen jede Bedrohung gibt
 es natrlich ein Gegenmittel: Gardesoldaten, die die Christen den Lwen vorwerfen (hm.... ja....) und eine Kriegsflotte 
gegen die Piraten.

Und dann kommt natrlich noch der Krieg gegen die anderen Lnder. Jeden Zug wird zufllig ein Land ausgewhlt, dass man 
angreifen darf, aber nicht muss. Im Erfolgsfall kehren die ruhmreichen Armeen mit Gold und Sklaven fr die Kriegskasse zurck
 und das eigene Reich ist wieder einmal gewachsen! Das Spielziel ist selbstverstndlich die Welteroberung.
Zu all dem gibt es noch ein bisschen mehr Wirtschaft, und Imperator prsentiert diesen Inhalt in einer leichten, 
wohlschmeckenden Mischung. Die Texte sind mit ironischer Spitze geschrieben. Das macht sogar Aufstnde und Revolutionen 
(d.h. das Spiel zu verlieren) spaig! Und wer auch immer auf die Idee gekommen ist, die eigene Ehefrau in die 
Budgetkalkulationen einzubeziehen, muss einen vllig kranken Geist haben ;)
Imperator wird allerdings nach einer Zeit langweilig. Sobald man alles ausprobiert und alle Texte mal gelesen hat, fllt 
einfach die Hauptmotivation weg. Einzelspieler werden sich hufig dabei erwischen, absichtlich zu verlieren, nur um 
verschiedene Enden zu bekommen! Als Multiplayerspiel (bis zu 5 Herrscher) ist es aber viel besser - dann geht die Spannung 
erst mit dem Krieg untereinander richtig los...

Es gibt noch eine andere Umsetzung des selben Konzepts auf dem C64. Diese nennt sich Hitler Diktator und ist genau das, was 
der Name sagt: Man selbst ist Hitler und muss die Welt erobern. Gardesoldaten werden pltzlich zu SS-Sturmverbnden und 
statt Christenverfolgung werden hier Juden in Konzentrationslager gesteckt. Ja, das ist wohl witzig gemeint. Aber die 
meisten Leute werden es einfach geschmacklos nennen. Eine Sichtweise, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich habe mich 
entschlossen, lieber das "nicht umstrittene" Original hier zu prsentieren.


